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Strukturformel von Phosphorsäure (E338) - Foto: NEUROtiker - Wikipedia.org

Phosphorsäure – E338

Strukturformel von Phosphorsäure (E338) - Foto: NEUROtiker - Wikipedia.org
Strukturformel von Phosphorsäure (E338) – Foto: NEUROtiker – Wikipedia.org

Bei Phosphorsäure handelt es sich um ein in der Lebensmitteltechnik eingesetztes Antioxidans und Säureregulator.

Als ein farb- und geruchloser Feststoff oder Flüssigkeit wird Phosphorsäure in der Lebensmittelindustrie unter der E-Nummer 338 verwendet. Das stark hygroskopische (Wasser aus der Umgebung aufnehmend) Pulver ist eine der bedeutendsten anorganischen Säuren in der Natur. Mit Wasser bildet sie unter guter Lösung eine ätzende, dreiprotonige Säure. Die Salze und Ester (Reaktionsprodukte aus Säure und Alkoholen unter Abspaltung von Wasser) werden als Phosphate bezeichnet. Auch Komplexe können von der Säure ausgebildet werden.

Phosphorsäure wird aus Rohphosphat mit Hilfe von Schwefelsäure, Salzsäure oder Salpetersäure hergestellt. Ein anderer Weg ist die Verbrennung von elementarem Phosphor und anschließender Hydrolyse. Für Produkte wie Dünger, Waschmittel, Rostentferner oder Pufferlösungen reicht die so erreichte Qualität aus. Als Lebensmittelzusatzstoff wird meist eine weitere Aufreinigung durch Kristallisation durchgeführt.

Laut Zusatzstoffzulassungsverordnung wird E388 als Säureregulator und Antioxidans eingesetzt. Ferner dient es als Konservierungs- und Säuerungsmittel. Der charakteristische saure Geschmack von Cola lässt sich auf Phosphorsäure zurückführen. Generell wird Phosphorsäure als unbedenklich eingestuft, dennoch gibt es eingeschränkte Zulassungen für Lebensmittel. So sind gerade bei den Erfrischungsgetränken (insbesondere Cola-Getränken) eine Limitierung mit max. 700 mg/l und sogenannter Sportlergetränke mit max. 0,5 g/l festgesetzt. Neben der reinen Säure werden auch weitere Phosphate eingesetzt:

  • E339 – Natriumphosphate
  • E340 – Kaliumphosphate
  • E341 – Calciumphosphate
  • E442 – Ammoniumsalze der Phosphatidsäure
  • E451 – Pentanatriumtriphosphat, Pentakaliumtriphosphat
  • E452 – Natriumpolyphosphat, Kaliumpolyphosphat, Natriumcalciumpolyphosphat, Calciumpolyphosphat
  • E541 – Saures Natriumaluminiumphosphat (SALP)
  • E1410 – Monostärkephosphat

Phosphate werden nicht nur bewusst Lebensmitteln beigemischt, sondern sind bereits von Natur aus enthalten. Solche Produkte sind beispielsweise Milch, Käse, Fleisch und Fisch.

Trotz der allgemeinen Unbedenklichkeit wurde eine tägliche Höchstmenge (ADI-Wert) von 70 mg pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Die größte bestätigte Kritik bei der Verwendung als Lebensmittelzusatzstoff ist der Angriff des Zahnschmelzes. Die aggressive Säure ätzt diesen an und kann gerade bei Kindern große Schäden hervorrufen. Die Verbindung aus Säure und Zucker in einem Erfrischungsgetränk ist sehr kritisch zu betrachten, denn die Säure überdeckt die Süße und beide Faktoren wirken sich negativ auf die Zahngesundheit aus. Häufig wird Phosphorsäure als „Calciumräuber“ bezeichnet, da diese Einfluss auf den Calciumspiegel des Körpers nimmt. Um solche Effekte zu erzielen, müssen ungewöhnlich hohe Mengen (1,5 bis 2,5 g pro Tag) an Phosphat aufgenommen werden. Dass diese Beeinflussungen, negative gesundheitliche Langzeitfolgen haben, konnte bisher nicht zweifelsfrei durch wissenschaftliche und klinische Studien nachgewiesen werden. Ebenso konnte nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass bei Kindern die Entstehung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) gefördert wird. Klar ist, dass Phosphorsäure und Phosphate unmittelbar, kurze Zeit nach der Aufnahme, Einfluss auf den Stoffwechsel nehmen. Daher sollten besonders Schwangere, Leistungssportler, Frauen in den Wechseljahren oder chronisch Nierenkranke Vorsicht beim Verzehr walten lassen und gegebenenfalls auf diesen Zusatzstoff verzichten.

Auch spannend!

Gelborange S – (E110)

Bei Gelborange S handelt es sich um einen in der Lebensmitteltechnik eingesetzten synthetischen Lebensmittelfarbstoff. Gelborange S ist auch unter den Trivialnamen Sunsetgelb FCF, FD & C Yellow No. 6, E 110 und C.I. 15985 bekannt.

2 Kommentare

  1. default avatar

    Ist diese Seite hier von der Industrie gesponsort?!
    Nur so kann man diesen unwahren Irrtum verstehen:

    „Der Verdacht, die übermäßige Einnahme von Phosphorsäure beeinträchtige das Calcium-Phosphor-Gleichgewicht und führe damit zum Abbau der Knochenmasse im Körper, sowie der Verdacht, Phosphate seien am Entstehen von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen bei Kindern beteiligt, bestätigten sich nicht.“

    Wo sind denn die Beweise? Das ist doch nur eine blosse Behauptung. Schauts euch mal all die Youtube Videos an, wie schaedlich dieses Zeug ist. Das Aspartam darin wird bei grosser Hitze in Phenole aufgespalten, die als Nervengift wirken. So geschehen im 2. Golfkrieg, als die Kuehlanlage in Kuweit ausfiel, in der fuer die Soldaten massenhaft Pepsi Cola gelagert wurde… sie bekammen Muskel- und Nervenlaehmungen…

    • default avatar
      Florian Gaffron

      Hallo Kevin,

      wir können dich erstmal beruhigen, wir arbeiten nicht für die Industrie. Wir sind unabhängig und legen darauf viel Wert. Du übst mit deinem Kommentar Kritik, zeigst allerdings auch, dass du dich nicht intensiv mit unserer Seite befasst hast. Würdest du weitere unserer Zutaten-Artikel gelesen haben, so wäre dir aufgefallen, dass wir kritische Themen ebenfalls thematisieren.

      Das Erstellungsdatum dieses Artikels zeigt, dass es sich um einen älteren Artikel handelt. Unsere Seite unterliegt einem ständigen Entwicklungsprozess, sodass wir alte Artikel regelmäßig „sanieren“ und neuste Erkenntnisse mit aufnehmen. Bei diesem Lebensmittelzusatzstoff ist dies noch nicht geschehen, wird aber in unmittelbarer Zeit nachgeholt. Daher danken wir Dir für den Hinweis.

      Zu deinen Thesen kann ich zum jetzigen Zeitpunkt keine Stellung beziehen, da vorher Recherchen nötig sind.

      Grüße,
      Florian

      [update]
      Hallo Kevin,

      ich habe den Artikel heute (12.08.2013) überarbeitet und online gestellt. Vermutlich hast du dich versehen, denn aus Phosphorsäure lassen sich meines Wissens nach keine Phenole bilden. Deine Thesen kann ich nicht nachvollziehen und Youtube-Videos sind mir zu Phosphorsäure auch nicht begegnet.

      Grüße,
      Florian
      [/update]

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