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Energy-Drinks und Sport
Energy-Drinks und Sport

Muskelaufbau: Sind Energy-Drinks schädlich?

Muskelaufbau und Energy-Drinks
Muskelaufbau und Koffein

Die Frage, ob Energy Drinks für den Muskelaufbau schädlich sind, wird mit Sicherheit oft gestellt und ist nur schwer zu beantworten, da selbst die Hersteller nicht hundertprozentig wissen, welche Wirkung die bunt zusammen gemixten Zutaten genau auf den Körper haben. Aus diesem Grund werden hier nun die Zutaten einzeln untersucht und auf ihre Wirkung im Zusammenhang mit dem Muskelaufbau im Fitnessstudio oder bei anderen Sportarten beleuchtet. Auf keinen Fall darf dieser Artikel als Ersatz zu einer medizinischen Beratung oder als Alternative zu einem Arztbesuch gewertet werden.

Im Internet gibt es nicht viele Quellen zu diesem Thema, die sich Objektivität auf die Flagge geschrieben haben. Oft handelt es sich dabei um Seiten, die von Herstellern bestimmter Produkte oder Fitnesstrainern selbst betrieben werden. Für diese Leute ist es natürlich sehr verlockend, dass eigene Produkt auf der Internetseite anzupreisen und bestimmte wissenschaftliche Erkenntnisse nicht zu erwähnen oder herunterzuspielen. Da das Energy-Drink-Magazin nicht auf die Gunst von Sponsoren, Produkten oder Herstellern angewiesen ist, brauchen wir hier nichts schönreden, was nicht schön ist.

Doch was sind die wichtigsten Zutaten in einem Energy Drink? An erster Stelle wäre da mit Sicherheit Zucker zu erwähnen, da er ein großer Energielieferant ist und in den süßen Muntermachern jede Menge Zucker enthalten ist. Des Weiteren spielen Zutaten wie Taurin und verschiedene Vitamine eine wichtige Rolle bei der Zusammensetzung der meisten Energy-Drinks. Koffein sollte jedoch auch auf keinen Fall vernachlässigt werden, das ebenfalls ein sehr wichtiger, bzw. der wichtigste, Bestandteil eines E-Drinks ist. Hinzu kommt außerdem noch der natürliche Zusatzstoff Guaraná, der ebenfalls eine leistungssteigernde Wirkung bezwecken soll. Wie genau sich die einzelnen Komponenten jeweils auf den Muskelaufbau beim Fitnesstraining auswirken, kann jedoch auch nicht mit hundertprozentiger Sicherheit gesagt werden und kann von Person zu Person unterschiedlich sein.

Zucker

Die Tatsache, dass sogar ein wichtiger Energielieferant ist, ist auch gleichzeitig sein größter Nachteil in Bezug auf Muskelaufbau. Zucker hat viele, zu viele, Kalorien, die der Körper so schnell gar nicht verarbeiten kann und außerdem wird der Blutzuckerspiegel in die Höhe getrieben. Auf den erhöhten Blutzuckerspiegel im Körper reagiert die Bauchspeicheldrüse mit der Ausschüttung des Hormons Insulin. Es sorgt dafür, dass:

  • der Blutzuckerspiegel wieder gesenkt wird
  • Körperzellen für Aminosäuren geöffnet werden
  • Sättigungssignale an das Gehirn gesendet werden
  • Körperzellen für Mineralstoffe geöffnet werden
  • Zuckerüberschüsse im Körperfett und in Fettzellen gespeichert werden

Besonders der letzte Punkt ist in der Muskelaufbauphase nicht weiter relevant, wohl aber in der Definitionsphase des Fitnesstrainings. Hier ist es nämlich wichtig, jedes unnütze und überschüssige Kilokalorien zu vermeiden. Auf der anderen Seite werden Einfachzucker nach dem Training empfohlen, da der Glycogenspeicher der Muskeln nach dem Training leer ist und dadurch am schnellsten wieder aufgefüllt wird. Dies lässt sich jedoch am besten mit Dextrose realisieren und nicht mit Energy-Drinks oder Cola-Getränken. Außerdem sorgt der erhöhte Insulinspiegel dafür, dass sich ein Müdigkeitsgefühl einstellt, was beim intensiven Training mit Sicherheit nicht hilfreich sein wird. Wer also ernsthaft trainiert oder sich in der Definitionsphase befindet, sollte entweder auf Energy Drinks verzichten oder sich mit den Light-Sugarfree-Varianten begnügen.

Taurin

Taurin zählt wohl eher zu den sagenumwobenen Zusatzstoffen, die die Energy-Drinks so besonders machen und verspricht eine leistungssteigernde Wirkung. Fälschlicherweise berichten viele Tester oder Internetseiten, dass Taurin einen süßlichen Geschmack hätte und Koffein-Drinks zu ihrem besonderen Geschmack verhelfen würde. Taurin ist jedoch eine weiße, kristalline Substanz, die vom Körper selbst hergestellt wird und keinen eigenen Geschmack besitzt. Es ist also nicht notwendig Taurin über Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen, da der Körper selber ausreichend von der Substanz produziert. Es befindet sich hauptsächlich in Muskeln, Gehirn, Herz und Blut und sorgt bei erhöhter Aufnahme für eine Veränderung des Insulinspiegels und einen veränderten Stoffwechsel des Körpers. Die Hersteller versprechen sich durch die Wechselwirkung mit Koffein und Zucker einen erhöhten Wirkungsgrad ihres Getränks. In unserem Lexikon wird der Zusatzstoff Taurin noch etwas ausführlicher erklärt und auf seine Entstehungsgeschichte eingegangen.

Doch welchen Einfluss hat Taurin auf den Muskelaufbau?

Da Taurin vom Körper selber produziert wird, ist es im Grunde nicht nötig durch zusätzliche Präparate dafür zu sorgen, dass mehr Taurin im Körper vorhanden ist. Taurin sorgt außerdem dafür, dass der Flüssigkeitshaushalt der Muskelzelle positiv verändert wird und die Kalziumszufuhr gewährleistet ist. Gleichzeitig steigert es die Sauerstoffaufnahme verschiedener Organe im Körper und schafft dadurch eine gute Grundlage für Kraft- und Ausdauertraining. Es kann jedoch sein dass durch eine vermehrte Aufnahme von Taurin die Muskeln besser versorgt werden.

Koffein

Koffein ist mit Abstand der wichtigste Bestandteil eines Energy-Drinks, da er für die belebende Wirkung des Getränks sorgt und außerdem die Leistungsfähigkeit steigern soll. Der Aufbau von Koffein wird im Zutaten-Lexikon genauer erklärt und kann dort nachgelesen werden. Hier jedoch noch einmal kurz die wichtigsten Eigenschaften von Koffein in Verbindung mit dem Muskelaufbau:

  • Es findet eine Steigerung der Herzfrequenz statt
  • Bronchialerweiterung (Bronchodilatation)
  • Das Zentrale Nervensystem wird angeregt
  • Koffein wirkt auf die Gefäße im Gehirn verhängend und auf alle anderen erweiternd. Wodurch es zu einer verringerten Blut-Fließgeschwindigkeit im Gehirn kommt.

Wer oft Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke zu sich nimmt, wird schnell „immun“ gegen die Wirkung des Getränks, da die Nervenzellen sich an die erhöhte Zufuhr anpassen und es zur Bildung von mehr Rezeptoren im Gehirn kommt. Durch die erhöhte Anzahl an Rezeptoren ist eine höhere Ausschüttung von Adenosin-Molekülen erforderlich, die an die Rezeptoren andocken können. Erst wenn längere Zeit kein Koffein konsumiert worden ist, bilden sich die Rezeptoren wieder zurück.

Für den Sport ist Kaffee jedoch aus leistungstechnischer Sicht eher zu vernachlässigen, da lediglich von Leistungssteigerungen von bis zu 3 % die Rede ist. Im Profi-Bereich kann dies jedoch den Unterschied zwischen Sieg oder Niederlage bedeuten. Erwähnenswert ist jedoch der Placebo-Effekt, den Kaffee auf seinen Konsumenten hat. Man fühlt sich deutlich leistungsfähiger, obwohl es dafür keinen wissenschaftlichen Beweis gibt. Alleine der Glaube daran durch Kaffee oder Energy-Drinks höhere sportliche Leistung erzielen zu können, wirkt bei den meisten wahre Wunder.

Auf vielen Dosen wird jedoch darauf hingewiesen, dass nach dem Trinken keinen Sport betrieben werden sollte, da es sonst zu „unerwünschten Nebeneffekten“ kommen kann. Was genau diese Nebeneffekte sind, wird auf den Dosen jedoch nicht weiter erklärt. Vorstellbar wären: Unwohlsein, Müdigkeitserscheinungen, Magenprobleme oder ein zu hoher Blutdruck.

Zusammenfassung und Fazit:

Energy Drinks scheinen keine besonders negative, aber auch keine erwähnenswert positive Auswirkung auf den Muskelaufbau von Sportlern zu haben. Sie enthalten jedoch viel Zucker und damit unnötige Kalorien, die vermieden werden sollten. Auch die positive Wirkung von Koffein bewegt sich, zumindest nach unseren Recherchen, eher in einem vernachlässigbarem Rahmen. Wie bei so vielen Dingen im Leben auch kommt es eher auf die Menge an, die konsumiert wird. Wer also ab und an einen der süßen Muntermacher trinkt, wird dadurch höchstwahrscheinlich kein Nachteil beim Muskelaufbau haben. Schädlich scheinen sie also auf keinen Fall zu sein.

Wir müssen an dieser Stelle jedoch noch einer betonen, dass dieser Artikel weder die Beratung mit einem ausgebildeten Trainer, Arzt oder anderen Fachmann ersetzt. Sollten im Laufe der Zeit Studien andere Ergebnisse hervorbringen, versuchen wir zeitnah darüber zu berichten.

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4 Kommentare

  1. default avatar

    Es bleibt halt die Frage inwiefern man Energy Drinks benötigt, denn die Preise für diese süßen Muntermacher lassen wirklich zu wünschen übrig. Die einzige positive Eigenschaft, die diesen Getränke zusagen sind meines Erachtens nach die Überdeckung des Wodka Geschmacks. Der Energie halber ist es eher sinnvoller auf konventionelle Mittel wie Kaffee zurück zu greifen, denn diese sind wesentlich preiswerter und haben im Vergleich mit Energy Drinks die gleiche Wirkung.

  2. default avatar

    „Koffein wirkt auf die Gefäße im Gehirn verhängen und auf alle anderen erweiternd, wodurch es zu einer verringerten Blut Fließ Geschwindigkeiten Gehirn kommt“
    Was ist das bitte für ein Satz? Nonsense? Bitte klarstellen!

    • default avatar

      Was das für ein Satz ist kann ich dir leider auch nicht sagen. Auf jeden Fall ist es kein Satz, der auch nur im Ansatz der deutschen Sprache gerecht wird und ich bitte vielmals um Entschuldigung für diese Entgleisung! Dieses unverständliche Monstrum einer Aneinanderreihung mehrer Wörter ist nun aber Geschichte und ich hoffe, dich als Leser nicht vergrault zu haben. 🙂

      Trotzdem vielen Dank für den Hinweis! Wir betreiben die Seite zwar professionell – aber trotzdem in unserer Freizeit und ohne jeglichen Gewinn. Daher sind wir über jeden Hinweis dankbar und freuen uns, wenn wir unseren Lesern durch überarbeitete Texte bessere Qualität bieten können.

      Grüße!

      • default avatar

        Vollstes Verständnis!
        Super Seite übrigens. Auch fast unglaublich, wie viele Energy Drinks ihr schon unabhängig getestet habt. Weiter so! ^^

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