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Saccharin – E954

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Bei Saccharin handelt es sich um in der Lebensmitteltechnik eingesetztes Süßungsmittel.

Wie bei den Cyclamaten ist Saccharin keine eindeutige Substanz. Es gibt drei gängige Salzformen, das Natrium-, Kalium- oder Calcium-Salz. Bei allen drei Stoffen liegt ein farbloser, kristalliner Feststoff vor. Bei der Herstellung von Saccharin haben sich zwei verschiedene Herstellungsverfahren durchgesetzt. Der eine Prozess beschreibt eine Synthetisierung aus Toluol, der Andere aus Phthalsäureanhydrid. Der hergestellte Stoff zeigt sich in seinen Eigenschaften als hitze-, gefrier- und säurebeständig. Eine weitere gängige Bezeichnung und Form von E954 ist Benzoesäuresulfimid.

Die Chemiker Constantin Fahlberg und Ira Remsen entdeckten durch Zufall Saccharin im Jahre 1878 an der John Hopkins University. Sie wählten den Namen Saccharin, da dieser das altgriechische Wort für Zucker, sakcharon (σάκχαρον), ist. Die Süße ist 300 bis 700 mal intensiver als zu herkömmlicher Haushaltszucker. Die große Spanne im Wirkungsgrad lässt sich einmal durch die verwendete Form, als auch durch die Kombination verschiedener Süßstoffe erklären. Liegt eine Mischung mit Cyclamat, Thaumatin oder Acesulfam vor, so steigert sich das Aroma und die Nachteile der einzelnen Stoffe sollen sich gegenseitig aufheben. Die Lebensmittelindustrie hat ein Verhältnis von 10:1 bei den Süßstoffen Cyclamat und Saccharin als optimal ermittelt. Das reine Aroma von Saccharin wird oft mit einem bitteren oder metallischen Nachgeschmack beschrieben.

Durch die frühe Entdeckung haben sich viele Anwendungsbereiche ergeben. Eingesetzt wird E954 in Lebensmitteln wie Getränken, Desserts, Süßwaren, Brotaufstriche, Konfitüren, diversen Konservenerzeugnissen, Feinkostsalate, Senf, Soßen, Joghurt, Quark und Fruchtdesserts). Zu beachten ist, dass BIO-Produkte diesen Wirkstoff beinhalten können. Auch Kosmetika wie Zahnpflegeprodukten und Arzneimittel nutzen die süßende Wirkung. Eine Beimischung findet in Tierfuttermittel für Jungschweine zur Nachahmung der süßen Muttermilch statt. Eine etwas industriellere Verwendung ist in der Galvanik der Fall. Dort wird es als Einebner bei Nickelschichten verwendet, um für gleichmäßigere und spannungsfreie Beschichtungen zu sorgen.

In Energy Drinks bzw. energiereduzierten Getränken liegt die festgelegte Verwendungsmenge bei 80mg pro Liter. Die festgelegte Tagesdosis liegt nach ADI bei maximal 5 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Energetisch lässt sich Saccharin nicht vom menschlichen Körper verwerten. Die Aufnahme erfolgt schnell und wird unverändert mit dem Urin ausgeschieden. In den 1960er zeigten Studien an Ratten, dass eine karzinogene (krebserregende) Wirkung vorhanden und in Form von Blasenkrebs verstärkt auftritt. Kanada reagierte mit einem bis heute bestehendem Verbot und die USA ließen ab dem Februar 1978 den Verkauf von Lebensmitteln nur mit einem Warnhinweis zu. 2000 wurde die Warnhinweis-Regelung revidiert, da keine Studie die Gesundheitsrisiken beim Menschen sicher bestätigen konnte.

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Gelborange S – (E110)

Bei Gelborange S handelt es sich um einen in der Lebensmitteltechnik eingesetzten synthetischen Lebensmittelfarbstoff. Gelborange S ist auch unter den Trivialnamen Sunsetgelb FCF, FD & C Yellow No. 6, E 110 und C.I. 15985 bekannt.

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