Home » Zutaten » Cobalamine – Vitamin B12
Strukturformel von Cobalamin (Foto: NEUROtiker - Wikipedia.org)

Cobalamine – Vitamin B12

Strukturformel von Cobalamin (Foto: NEUROtiker - Wikipedia.org)
Strukturformel von Cobalamin (Foto: NEUROtiker – Wikipedia.org)

Bei Cobalaminen handelt es sich um ein lebenswichtiges Vitamin.

Die Bezeichnung lässt auf eine Stoffgruppe mehrer Substanzen schließen. Dazu eine tabellarische Übersicht:

Stoffname Synonyme
Cyanocobalamin Vitamin B12, Coenzym B12
Aquocobalamin Vitamin B12a
Hydroxocobalamin Vitamin B12b
Nitritocobalamin Vitamin B12c
Methylcobalamin Methyl B12, MeCbl
Adenosylcobalamin Coenzym B12b, AdoCbl, Extrinsic-Faktor

Cyanocobalamin ist für den Menschen die biologisch wirksamste Form, daher soll es als Grundlage für diesen Artikel dienen.

Als Reinstoff liegt Vitamin B12 als geruchloser, tief dunkelroter, kristalliner und hygroskopischer Feststoff vor. Dieser ist wenig in Wasser löslich, hitzestabil, allerdings lichtempfindlich. Die korrekte Stoffklassenbezeichnung lautet organometallische Verbindungen, da ein organisches Molekül mit einem Metall-Ion vorliegt. Bei Cyanocobalamin ist dies ein zentrales ein-, zwei- oder dreifach positiv geladenes Spurenelement, das Cobalt-Ion. An diesem sind die Liganden schwach gebunden, sodass sie leicht austauschbar sind. Der jeweilige Ligand ist für die unterschiedliche Namensgebung verantwortlich.

Wie bereits angesprochen ist Vitamin B12 für uns Menschen sehr wichtig. Es kommt aber in nahezu allen Lebewesen vor und ist die Grundlage für die Bildung mehrere Enzyme. Beim Menschen sind zwei cobalaminabhängige Enzyme bekannt. Die Aufnahme erfolgt über den Darm; Cyanocobalamin wird dabei vom menschlichen Organismus in das biologisch wirksame Coenzym B12 umgewandelt.

George H. Whipple erforscht Wirkung von Cobalamine

1920 entdeckte der amerikanische Pathologe George H. Whipple erstmals die Wirkung in einem Experiment. Dabei wurden Hunde mit bösartiger Blutarmut mit roher Leber gefüttert. Die sonst tödlich verlaufende Blutarmut führte nicht zu dem erwarteten Ergebnis und die Tiere konnten sogar vollständig geheilt werden. Die Isolierung des Reinstoffes hatte 1948 das erste Mal Erfolg. Die Molekülstruktur war bis 1955 unbekannt und Röntgenbeugung brachte einen Einblick in dessen Struktur. Diese ist sehr umfangreich und stellt eines der größten künstlich hergestellten Moleküle dar. Die technischen Anforderungen waren für Albert Eschenmoser und Robert B. Woodward erst 1972 gegeben.

Vitamine werden recht schnell mit frischem Obst und Gemüse assoziiert. Die meisten natürlichen Vitamine nehmen wir über pflanzliche Nahrungsmittel zu uns. Vitamin B12 ist eine Ausnahme, es gibt keine Vitamin B12 produzierende pflanzliche Herkunft. Ausschließlich Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze sind in der Lage es zu synthetisieren. Herkömmliche Bäckerhefe ist nicht dazu in der Lage. Einige Blaualgenarten haben unter Laborbedingungen das Vitamin erzeugen können, es stellte sich jedoch heraus, dass dieses inaktiv und damit nicht vom Körper zu verwenden war. Mensch und Tier sind ebenfalls nicht in der Lage in Selbstversorgung den Bedarf zu stillen.

In diesen Lebensmitteln kommt Vitamin B12 vor

Die Quelle für den Bedarf liegt in Lebensmitteln wie Fleisch, Innereien, Fisch, Eier, Milch, Milchprodukten und Käse. Auch milchsauer vergorene Produkte wie Sauerkraut, Erbsen und Bohnen sind eine Quelle. Der Gehalt ist bei diesen aber nicht gesichert und unterliegt heftigen natürlichen Schwankungen. Keine pflanzliche Nahrung enthält ausreichende Mengen des Vitamins. Grundsätzlich erfolgt die Aufnahme über den Verdauungstrakt. Im Dickdarm des Menschen sind bereits viele Mikroorganismen angesiedelt, auch jene, die Cyanocobalamin produzieren können.

Depot des Vitamins ist die Leber. Zusammen mit Folsäure ist es an der Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) beteiligt. Bestimmte Fettsäuren können erst durch Anwesenheit des Vitamin B12 abgebaut werden. Weitere wichtige Aufgaben sind die Zellteilung und Funktion des Nervensystems. Anzumerken sind die verschiedenen Zustände und deren körperliche Bedeutung: Aktives Vitamin B12 und das inaktive Vitamin B12. Eine aktive Form, und damit voll verwertbare, ist Cyanocobalamin, eine inaktive, und nicht verwertbare, ist ein aus Algen gewonnenes. Die Effekte auf den Körper sind dabei fatal, das inaktive Vitamin blockiert das Aktive durch die stoffliche Ähnlichkeit.

Eine tägliche Aufnahme von Vitamin B12 ist nicht notwendig.  Die biologische Halbwertszeit beträgt 450–750 Tage, ein Mangel äußert sich erst nach zwei bis drei Jahren. Die lange Halbwertszeit lässt sich mit der Rücksorbierung erklären. Der Körper scheidet den Stoff in veränderter Form über den Darm wieder aus, dabei passiert er besagte Mikroorganismen und wird wieder aufgenommen. Daher rät die Europäische Kommission zu einer täglichen Tagesdosis von 2,5µg. Menschen mit häufigen und chronischen Magenschleimhautentzündungen haben einen höheren Bedarf. Der Mangel äußert sich durch Beeinträchtigung der Oberflächen- und Tiefensensibilität sowie Störungen des Vibrations- und Lagebefindens und eine allgemeine motorische Schwäche.

Auch spannend!

Gelborange S – (E110)

Bei Gelborange S handelt es sich um einen in der Lebensmitteltechnik eingesetzten synthetischen Lebensmittelfarbstoff. Gelborange S ist auch unter den Trivialnamen Sunsetgelb FCF, FD & C Yellow No. 6, E 110 und C.I. 15985 bekannt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.