Home » Zutaten » Glucose-Fructose-Sirup
Zutaten
Holunder, Elderflower, Elderberry

Glucose-Fructose-Sirup

Bei Glucose-Fructose-Sirup handelt es sich um in der Lebensmitteltechnik eingesetztes Zuckerkonzentrat.

Maissirup oder auch Corn Syrup ist ein Gemisch aus zwei verschiedenen Zuckerarten (Kohlenhydrate), der Glucose und Fructose. Glucose sowie Fructose sind ein Bestandteil der Saccharose (handelsüblicher Haushaltszucker). Das Zuckerkonzentrat hat die Eigenschaft bei geringerer Masse eine intensivere Süße als Zucker zu haben. Die Intensität der Süße wird durch Veränderung des Fructose- und Glucoseverhältnises bestimmt. Je mehr Glucose durch Fructose ersetzt wird, desto intensiver wird die Süßungskraft.

Gerade in den Vereinigten Staaten von Amerika spielt diese Art von Süßungsmittel eine besondere Rolle. Zuckerimporte aus anderen Ländern wie Südamerika werden hoch verzollt, wohingegen die landeseigene Maisproduktion stark subventioniert wird. Durch enzymatische Reaktionen mit Amylasen können aus der Maisstärke die beiden Zuckerarten gewonnen werden. Folglich ist es aus wirtschaftlicher Sicht effizienter ein Zuckerkonzentrat, als reinen Zucker zu verwenden. In den USA hat sich für Glucose-Fructose-Sirup eine andere Bezeichnung durchgesetzt, dort wird von High Fructose Corn Syrup (HFCS) gesprochen. Handelsübliche Formen sind dabei verschiedene Konzentrate, die jeweils einen mittels Bindestrich abgetrennten Zahlenwert enthalten. Dieser repräsentiert den Fructosegehalt in Prozent bezogen auf die Gesamtmasse des Konzentrats.

  • HFCS-42 (Getränke, Konserven, Backwaren)
  • HFCS-55 (Getränke, vergleichbar mit der Süße von Zucker)
  • HFCS-90 (Zuckerkonzentrat)

In Deutschland ist der Gebrauch des Begriffs HFCS ungebräuchlich. Auf Lebensmitteln finden wir meist zwei Begriffe: Glucose-Fructose-Sirup und Fructose-Glucose-Sirup. In diesen wird bei mehr als 5 Prozent Fructoseanteil des Gewichts der Trockenmasse eine Kennzeichnungspflicht nach der deutschen Zuckerartenverordnung nötig. Damit schreibt der Gesetzgeber den Zutatenname Glucose-Fructose-Sirup vor. Ab 50 Prozent Fructoseanteil gilt die Bezeichnung Fructose-Glucose-Sirup. Ist auf einer Verpackung die Zutat Invertzucker zu lesen, sind Glucose und Fructose im Verhältnis 50:50 beigemischt.

Von der Zusammensetzung und molekularen Beschaffenheit sind auf den ersten Blick keine gesundheitlichen Bedenken zu äußern. Betrachtet man allerdings die Eigenschaften im Kontext des menschlichen Körpers, so entsteht schnell ein anderes Bild. Glucose, entweder direkt aufgenommen oder durch das im Mundraum aktive Enzym Amylase erzeugt, wird bei der Aufnahme durch unseren Körper mit Insulin verwertet. Fructose benötigt zur Verwertung kein Insulin. Es ist also nicht nur eine Frage für Diabetiker und Menschen mit Stoffwechselstörung, sondern für alle die, die sich gesund und bewusst ernähren. Insulin trägt maßgeblich zur Erzeugung des Sättigungsgefühls bei, das bei der Aufnahme von fructosereicher Nahrung später als bei normalem Zucker einsetzt. Der Mensch isst damit automatisch mehr bei gleicher bzw. höherer Kalorienaufnahme. Die Folgen sind damit klar: Übergewicht, Fettleibigkeit und weitere körperliche Schäden. Auch die Bezeichnung und Deklarierung lässt viel Interpretationsfreiraum zu. So wird dem Kunden suggeriert, dass er ein gesundes und natürliches Produkt ohne künstlichen bzw. reinen Zuckerzusatz kauft.

Eine andere Perspektive ist Fructoseintoleranz. Wie bei Lactoseintoleranz sind die Zahlen der diagnostizierten Fälle weiterhin steigend.  Im Schnitt sind circa ein Fünftel der Weltbevölkerung fructoseintolerant. Dabei gibt es zwei Krankheitsbilder, das eine wird als Intestinale Fruktoseintoleranz bezeichnet. Dabei ist der Körper nicht in der Lage Fructose aufzunehmen und zu verwerten. Somit wird ein Großteil wieder ausgeschieden. Das kann je nach stärke der Intoleranz mit Durchfall und Blähungen einhergehen. Das andere Krankheitsbild wird als Hereditäre Fructoseintoleranz (HFI) bezeichnet. Hierbei wird die aufgenommene Fructose nicht ausreichend abgebaut und lagert sich bis zu einer toxischen Dosis in den Zellen ein.

Auch spannend!

Gelborange S – (E110)

Bei Gelborange S handelt es sich um einen in der Lebensmitteltechnik eingesetzten synthetischen Lebensmittelfarbstoff. Gelborange S ist auch unter den Trivialnamen Sunsetgelb FCF, FD & C Yellow No. 6, E 110 und C.I. 15985 bekannt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.