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Strukturformel von Taurin (Foto: Yikrazuul – Wikipedia.org)

Taurin

Strukturformel von Taurin (Foto: Yikrazuul – Wikipedia.org)
Strukturformel von Taurin (Foto: Yikrazuul – Wikipedia.org)

Bei Taurin handelt es sich um ein in der Lebensmitteltechnik eingesetztes Nahrungsergänzungsmittel.

Taurin ist unter dem chemischen Namen 2-Aminoethansulfonsäure bekannt. Dabei handelt es sich um einen festen, farblosen und geruchlosen Feststoff in Form von monoklinen Kristallen. Diese sind in Wasser gut löslich, in Alkohol (Ethanol) allerdings nicht. Wie aus dem chemischen Namen nachvollzogen werden kann, handelt es sich um eine organische Säure. Genauer gesagt eine Aminosulfonsäure; erkennbar an der Amino- und Sulfonsäuregruppe.

Die Chemiker Leopold Gmelin und Friedrich Tiedemann haben 1827 Taurin erstmals aus der Galle von Ochsen der Gattung „Hausrind“ isoliert und als Gallen-Asparagin bezeichnet. 1838 wurde der Begriff „Taurin“ erstmals in der Fachliteratur erwähnt und setzte sich daraufhin durch. Der Begriff leitet sich vom griechischen Wort tauros für „Stier“ ab. Um die Herstellung ranken sich einige Geschichten. So wird oft gesagt, dass es aus den Hoden oder der Galle von Rindern gewonnen wird. Das ist falsch. Heutzutage wird Taurin ausschließlich synthetisch hergestellt.

Im Gegensatz zu anderen Stoffen ist der erwachsene Mensch in der Lage Taurin selber in ausreichenden Mengen aus der Aminosäure Cystein zu bilden. 50 bis 125 mg Taurin produziert der Körper täglich in Eigenproduktion. Durch Nahrungsquellen tierischen Ursprungs wie Dorsch, Muscheln, Thunfisch, Austern, Schweine-, Lamm-, Hühner- und Rindfleisch sowie Milch, kommen zwischen 40 und 400 mg pro Tag hinzu. Es ist damit ein nicht essenzieller Nährstoff und damit eine Zufuhr als Nahrungsergänzungsmittel nicht nötig. Der Tauringehalt liegt bei 0,43 g bis 1 g Taurin pro Kilogramm Körpergewicht.

Allgemein gilt Taurin als ergogene Substanz (ähnlich wie L-Carnitin, Kreatin, Koffein), die die Leistungsfähigkeit eines Menschen im Sport fördert. Vor allem Muskeln, Gehirn, Herz und Blut sind die Bereiche, die im Körper angeregt werden. Taurin beeinflusst die Signalübertragung, Entwicklung des Zentralnervensystems (ZNS) und Herzfunktionalität positiv. Neben diesen Eigenschaften unterstützt es die Bewegung von Natrium und Kalium durch die Zellmembran. Der Fettstoffwechsel und Insulinspiegel des Stoffwechsels werden angeregt und beschleunigt. Die Wirkung als Radikalfänger (antioxidative Wirkung) und Trägersubstanz im Gehirn werden ihm ebenfalls zugeschrieben. Detaillierte Untersuchungen zu den oben genannten Wirkungsweisen fehlen oder sind noch nicht ausreichend erforscht. Daher gibt es auch so wenig Daten, dass bisher kein ADI-Wert festgelegt ist. Sportler, die sogenannte Sportnahrung zu sich nehmen, erhoffen sich ein verbessertes, schnelleres Muskelwachstum. Bisher gibt es allerdings keine klinischen Studien, die eine positive Wirkung von Taurin als Nahrungsergänzungsmittel belegen.

Heutzutage wird Taurin als Werbemittel gezielt eingesetzt. So wird es nicht nur in Nahrungsmittel, wie Energy-Drinks, hinein gemischt, sondern auch in Shampoos, Duschgels und andere Kosmetika.

Gerade in Energy-Drinks wird es zur Verbesserung der Wirkung von Koffein beigemischt. Beispielsweise enthält Red Bull 1000 mg Taurin. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hat im Mai 2012 in einer Verordnung eine Höchstmenge von 4.000 mg pro Liter Energy-Drink verbindlich definiert.

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Gelborange S – (E110)

Bei Gelborange S handelt es sich um einen in der Lebensmitteltechnik eingesetzten synthetischen Lebensmittelfarbstoff. Gelborange S ist auch unter den Trivialnamen Sunsetgelb FCF, FD & C Yellow No. 6, E 110 und C.I. 15985 bekannt.

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