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Strukturformel von Biotin

Biotin – Vitamin B7

Strukturformel von Biotin
Strukturformel von Biotin

Bei Biotin handelt es sich um ein in der Lebensmitteltechnik eingesetztes, meist synthetisch hergestelltes Vitamin.

Biotin, auch als Vitamin B7, Vitamin H oder Coenzym R bezeichnet, ist in seiner Reinform ein farbloser, kristalliner, nadelförmiger Feststoff. Kaltes Wasser, Alkohol (Ethanol) oder verdünnte Säuren sind als Lösungsmittel weniger gut geeignet. Heißes Wasser und Laugen (Basen) lösen es hingegen sehr gut. Sauerstoff, wie er beispielsweise in der Luft vorliegt, hat kaum Einfluss auf die chemische Beschaffenheit. Ebenso verhält es sich mit hohen Temperaturen. Dabei ist zu beachten, dass in Wasser gelöstes Biotin bis lediglich 100 °C unverändert vorliegt. Ist es starken Säuren, Laugen, Oxidationsmitteln oder ultraviolette Strahlung ausgesetzt, wird die Struktur beschädigt oder gar zerstört.

1898 entdeckte Herr Steinitz die Wirkungsweise von Biotin auf den Organismus eines Säugetiers. Die Struktur und Summenformel blieben bis zur Aufklärung durch Vincent du Vigneaud 1942 unbekannt. Bis zur Aufklärung erhielt der Stoff den Trivialnamen Vitamin H. Mit der Verbesserung der Analysemethoden gilt heute die Bezeichnung Vitamin B7, da es zu der komplizierten Gruppe des B-Vitamin-Komplexes gehört.

Gerade in Verbindung mit der umfangreichen Gruppe der B-Vitamine spielt es als Nahrungsergänzungsmittel für die Lebensmittel- und Ernährungsindustrie eine bedeutende Rolle. Gerade bei Energy-Drinks werden den Vitaminen B2, B3, B5, B6 und B12 eine große Rolle zugesprochen. Die natürlichen Quellen von Biotin finden sich sowohl in vegetarischen, als auch in fleischhaltigen Lebensmitteln wieder. Die folgende Tabelle zeigt den Gehalt von Vitamin B7 in 100 Gramm des entsprechenden Lebensmittels auf.

 

Lebensmittel Biotingehalt (in µg pro 100 g)
Trockenhefe 200
Leber 30 – 100
Hühnerei 20 – 50
Sojabohnen 30
Haferflocken 20
Walnüsse 19
Champignons 12
ungeschälter Reis 12
Weizenmehl (Vollkorn) 8
Fisch 7 – 9
Spinat 6
Fleisch (Schwein & Rind) 5
Banane 5
Kuhmilch (Vollmilch) 3 – 3,5
Erdbeere 3
Tomate 3
Erbsen 2,1
Äpfel 1

Ernährungsphysiologisch gehört Biotin, wie bereits angesprochen, zu der Gruppe der B-Vitamine und nimmt eine enzymfördernde Stellung ein. Es ist im Zusammenspiel mit weiteren Faktoren an der Bildung von Fettsäuren und Unterstützung des Stoffwechsels zum Aufbau neuer Zellen zuständig. Es wirkt sich positiv auf Haut, Haare und Nägel aus, daher stammt auch der erste Trivialname Vitamin H(aut). Neben dem Wachstum ist es auch unmittelbar an der körpereigenen Gewinnung von Kreatin beteiligt. Auch eine Verbesserung des Glukosestoffwechsels wird ihm nachgesagt. Die industrielle Herstellung erfolgt ausschließlich durch die Synthese von Fumarsäure, (R)-Cystein oder Tetronsäure. Wie bei anderen B-Vitaminen wird es im Darm durch Bakterien gebildet, sodass die Exkremente meist einen höheren Gehalt aufweisen, als die aufgenommene Nahrung.

Nach heutigen Erkenntnissen ist eine zusätzliche Aufnahme durch Nahrungsmittel nicht notwendig. Die maximal empfohlene Tagesdosis liegt bei 50 µg pro Tag und wird durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Nahrung abgedeckt. Der tatsächliche Bedarf ist bisher unbekannt, da aussagekräftige experimentelle Studien fehlen. Einen erhöhten Biotinbedarf haben Stillende, Menschen mit hohem Alkoholkonsum, Menschen, die viele rohe Eier (diese enthalten den Stoff Avidin der die Aufnahme über den Darm verhindert) essen, Menschen die viel Sport (Leistungssport) treiben oder starke Raucher sind. Tritt ein Mangel auf, so äußert sich dieser durch entzündliche Reaktionen der Haut, der Zunge, Übelkeit, Haarausfall oder brüchige Nägel. Antibiotika können mitunter auch einen temporären Mangel verursachen.

Schädliche Wirkungen durch Überdosierung konnten bisher nicht ausgemacht werden.

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Gelborange S – (E110)

Bei Gelborange S handelt es sich um einen in der Lebensmitteltechnik eingesetzten synthetischen Lebensmittelfarbstoff. Gelborange S ist auch unter den Trivialnamen Sunsetgelb FCF, FD & C Yellow No. 6, E 110 und C.I. 15985 bekannt.

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