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Holunder, Elderflower, Elderberry

Mangostane

Bei Mangostanen (Garcinia mangostana) handelt es sich um eine immergrüne, tropische Baumart.

Mangostane haben hauptsächlich im letzten Jahrzehnt verstärkt die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Unter den Namen Mangostan, Mangostanbaum, Mangostin oder Mangostinbaum wird die gleiche Pflanze verstanden. Wie bereits erwähnt, handelt es sich um eine Baumart, die immergrün ist und sich durch eine Wuchshöhe von sieben bis 25 Metern auszeichnet. An den Ästen befinden sich zwei Zentimeter lange Stängel, die ein Blatt mit der Länge von 14 bis 25 und Breite von 5 bis 10 Zentimetern tragen. Wird der Baum verletzt, so tritt ein gelblich-weiß, milchiger Saft aus. Bisher ist eine Kultivierung lediglich südlich des 20. Breitengrades geglückt, eine ausgeprägte Klimaempfindlichkeit (Temperaturen zwischen 4 und 38 °C) trägt dazu bei.

Der von der Malaiischen Halbinsel stammende Baum ist getrenntgeschlechtig. Das bedeutet, dass es weibliche und männliche Formen des Baumes gibt. Unterscheiden lassen sie sich am einfachsten durch die Größe der Blüte. Die Hauptblütezeit ist zwischen September und Oktober, in dieser entwickeln sich rosafarbene Blüten. Die weibliche Pflanze hat dabei größere Blüten als die männliche Variante. Aus der befruchteten Blüte bildet sich im November und Dezember eine Mangostanfrucht. Wie bereits angesprochen steht weniger der Baum als seine Frucht im Zentrum des Interesses.

Ein Durchmesser von 2,5 bis 7,5 Zentimetern hat die Mangostan-Frucht. Sie lässt sich leicht an ihrer purpurroten, violetten Schale und dem fast weißen Fruchtfleich eindeutig von anderen tropischen Früchten unterscheiden. Häufig sind witterungsbedingte Flecken auf der 6 bis 9 Millimeter dicken Schale. Darunter folgt ein weißes saftiges Frutchtfleisch, das in Segmente aufgeteilt ist. Unter dem Fruchtfleisch sind vier bis fünf Samen. Die Schale fand vor der Nutzung als Nahrungsergänzungmittel, Verwendung als Färbemittel, auf Grund des enthaltenen violetten Farbstoffes. Eine weitere Besonderheit der Pflanze ist, dass die Samen wenige Tage nach dem Herauslösen aus der Frucht ihre Keimfähigkeit verlieren.

Von Malaysia aus wurde die Pflanze weiter kultiviert und innerhalb des letzten Jahrhunderts auf andere Kontinente und Länder gebracht. Heute sind die bedeutendsten Anbauländer Indonesien, Thailand, Sri Lanka, Vietnam, Malaysia, die Philippinen, Mittelamerika und Brasilien. Der Grund für die Kultivierung ist eine volksmedizinische Nutzung der Schale. Von der Anpflanzung bis zur ersten Ernte vergehen sieben bis neun Jahre, der optimale Ertrag wird bei einem Pflanzenalter von 10 bis 20 Jahren erzielt. Es existieren zwar Haupterntezeiten, aber je nach klimatischen Faktoren kann eine ganzjährige Ernte möglich sein.

Das heutige Interesse liegt nicht wie bei der Volksmedizin in der zähen, bitteren Schale, sondern dem Fruchtfleisch. Dieses hat einen säuerlichen Geschmack, der zwischen Traube, Ananas, Grapefruit und Pfirsich anzusiedeln ist. Ein extrem hoher Gehalt an Antioxidantien wie Xanthone (Flavonoide), Stilbene, Tannin, Katechine und Polyphenole, konnte im Fruchtfleisch nachgewiesen werden. Damit steht dieser Cocktail weit über der Wirksamkeit von reinem Vitamin E.

Wie sich bei der Recherche zu diesem Artikel gezeigt hat, ist Mangostan die neue „Wunderfrucht“. Der überwiegende Teil der Such- und Rechercheergebnisse stellte sich als unseriöse Informationsquelle oder Produktwerbeseite heraus. Die Informationslage zu der Frucht, der Nutzung und Wirkung ist äußerst gering. Die Produktwerbeseiten locken mit unseriösen überteuerten Angeboten und Linderung eines enormen Spektrums an Leiden (entzündungshemmend, antimikrobiell, antifungal, antiviral, tumorhemmend, geschwürhemmend, anti-rhinoviral, allergiehemmend, usw.). Verstärkt wird dieser Eindruck durch eine Stellungnahme der Verbraucherschutzzentrale Berlin: „[…] Untersuchungen zur Wirkung der angebotenen Produkte gibt es unseres Wissens nicht. Beim Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe heißt es: „Mangostane ist keine Wunderpflanze, sondern vergleichbar mit Tomaten, Karotten, etc.“ […]

Einige Hersteller verweisen auf amerikanische Studien, die eine Wirksamkeit aufzeigen sollen. Es stellte sich allerdings heraus, dass die uns vorliegenden Studien eine erstaunlich geringe Anzahl an Versuchspersonen/Samplern haben. Wie auch abschließend die Verbraucherzentrale Berlin in den Empfehlungen feststellt, liegen zu den Isolaten der Mangostanfrucht „weder Erfahrungen noch Humanstudien vor.“. Da dieses Thema nicht unbedingt neu ist, hat sich der WDR ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt und kommt zu dem Schluss: „Es gibt allerdings keinen klinischen Nachweis am Menschen. Das bestätigte uns Dr. Bernhard Watzel von der Bundesforschungsanstalt für Lebensmittel. Auch eine umfassende Literaturrecherche der Oecotrophologen an der Uni Bonn im Auftrag des WDR ergab keine wissenschaftlich nachgewiesene positive Wirkung – weder von Xanthonen noch von anderen Inhaltsstoffen der Mangostan-Frucht.

Eine Warnung sollte an dieser Stelle auch ausgeprochen werden, denn ein übermäßiger Genuss kann zu einer Übersäuerung des Blutes führen. Die Schale der Mangostan-Frucht wurde als neuartige Lebensmittelzutat nach der Novel-Food-Verordnung eingestuft und ist damit genehmigungspflichtig.

Im Gegensatz zu beispielsweise Bananen kann die Mangostan-Frucht nur reif geerntet werden. Ein schneller Transport, sowie Verarbeitung sind notwendig um die Vitamine zu erhalten. Das spiegelt sich deutlich im Preis wieder. Erhöht sich nun der Verbrauch nördlich des 20. Breitengrades, so steigt auch die Emission an klimaschädlichen Gasen.

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