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Strukturformel von Saccharoseacetatisobutyrat (Foto: Wikipedia.org - Fvasconcellos)

Saccharoseacetatisobutyrat – E444

Strukturformel von Saccharoseacetatisobutyrat (Foto: Wikipedia.org - Fvasconcellos)
Strukturformel von Saccharoseacetatisobutyrat (Foto: Wikipedia.org – Fvasconcellos)

Bei Saccharoseacetatisobutyrat handelt es sich um einen, in der Lebensmitteltechnik eingesetzten, Stabilisator.

Saccharoseacetatisobutyrat (kurz: SAIB) oder auch Lebensmittelzusatzstoff E 444 ist eine viskose, farblose bis leicht gelbliche Flüssigkeit. Wie an der Strukturformel zu erkennen ist, handelt es sich um eine stark verzweigte Struktur aus Esterverbindungen des Haushaltszuckers (Saccharose). Die Herstellung erfolgt ausschließlich synthetisch.

Seit den Fünfzigerjahren wird SAIB hergestellt und als Lebensmittelzusatzstoff verwendet. Dabei ist die Eigenschaft als sogenannter Weighting Agent die wichtigste Beschaffenheit. Aromen, Farbstoffe oder ölige Substanzen werden „beschwert“, auseinandergezogen und so bei richtiger Dosierung gleichmäßig verteilt. Somit wird neben der emulgatorischen Funktion auch die Dichte beeinflusst. Neben den öligen Substanzen werden auch Schwebstoffe am Absinken gehindert.

Im Gesetzestext wird die Verwendung stark eingeschränkt. SAIB darf lediglich zu technologischen Zwecken verwendet werden. Hier steht weniger das Produkt als dessen Verhalten beim Produktionsprozess im Vordergrund. Ebenso darf es nur für aromatisierte, trübe, nicht-alkoholische Getränke sowie aromatisierte, trübe Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von unter 15 Volumenprozent verwendet werden. Dabei dürfen maximal 300 mg pro Liter Getränk beigemischt werden.

Auswirkungen auf die Gesundheit konnten im Tierversuch nachgewiesen werden. Gerade Hunde erwiesen sich als besonders empfindlich und zeigten ab einer bestimmten Dosierung reversible Leber- und Gallenschäden. Diese Gegenanzeigen geben Grund zur Diskussion und Uneinigkeit, denn einige Wissenschaftler stellen die Übertragung der Studienergebnisse auf den Menschen infrage. Es gibt nur wenige Untersuchungen, sodass die Datenlange sehr stark eingeschränkt ist. Daher ist die täglich zugelassene Dosis (ADI-Wert) auf 10 mg pro kg Körpergewicht beschränkt.

Wer kein Risiko eingehen möchte, sollte Produkte die diesen Zusatzstoff enthalten meiden. Gerade Kinder und Jugendliche mit noch nicht vollständig ausbildeten Organen sind zur Vorsicht aufgerufen.

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Natriumcarbonate – E500

Bei Natriumcarbonaten handelt es sich um in der Lebensmitteltechnik eingesetzte Rieselhilfen, Säureregulatoren, Backtriebmittel und Trägerstoffe. Gängige Bezeichnungen für die verschiedenen Salze aus Natrium und Kohlensäure sind unter anderem Soda oder Natron. Dabei handelt es sich in der Regel um weiße bis farblose kristalline Pulver, die sich bereits ab einer Temperatur von 50 °C zu Kohlenstoffdioxid (CO2) und Natriumcarbonat unter Abscheidung von Wasser zersetzen. Mit Säuren reagiert es unter starker Schaumbildung zu Wasser und Kohlenstofdioxidu und bildet in Wasser gelöst eine schwache Base. Für die Lebensmittelindustrie werden die Natriumcarbonate im Labor hergestellt. Es haben sich verschiedene Verfahren etabliert, häufig wird es mit Ammoniak und Kohlendioxid in einer Natriumchloridlösung hergestellt. In der Trinkwasseraufbereitung wird es zur Regulierung des Säuregerades eingesetzt. Weitere Anwedungsgebiete ist der Aufschluss von Kakao und Milcheiweiß. Natriumcarbonate finden wie bereits erwähnt als Rieselhilfen, Säureregulatoren, Backtriebmittel und Trägerstoffe verwendung. Sie gelten als unbedenklich und haben keinen ADI-Wert (täglich konsumierbate Höchstmenge). Direkter Kontakt kann zu Irritationen mit Augen und Haut führen.

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