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Strukturformel von Cochenillerot A (E124) - Foto: wikipedia.org - Yikrazuul

Cochenillerot A – E 124

Strukturformel von Cochenillerot A (E124) - Foto: wikipedia.org - Yikrazuul
Strukturformel von Cochenillerot A (E124) – Foto: wikipedia.org – Yikrazuul

Bei Cochenillerot A handelt es sich um einen in der Lebensmitteltechnik eingesetzten synthetischen Lebensmittelfarbstoff.

Neben der Zulassungsnummer E 124 wird dieser Farbstoff auch als Ponceau 4 R oder Victoriascharlach 4 R bezeichnet. Als Reinstoff liegt ein leuchtend scharlachrotes, lichtechtes, hitze-, base- und säurebeständiges Pulver vor. Eine sehr gute Wasserlöslichkeit zeichnet diesen Farbstoff aus. Charakteristisch für die Azofarbstoffe ist sogenannte Azobrücke, bei der zwei Stickstoffatome über eine Doppelbindung miteinander verbunden sind. Cochenillerot A kann in Verbindungen mit Natrium, Calcium und Kalium genutzt werden. Allerdings ist auch die Verwendung von Aluminium möglich. In der Lebensmitteltechnik wird verstärkt auf das Natriumsalz zurückgegriffen.

Bei E 124 handelt es sich um einen synthetischen Farbstoff, der mittels dem Verfahren der Azokopplung gewonnen wird. Ausgangsstoff ist dabei der möglicherweise karzinogenen Stoff Anilin. Große strukturelle Ähnlichkeit hat dieser Farbstoff mit dem Azofarbstoff Amaranth (E 123), der ebenfalls eine Rotfärbung bewirkt.

Genutzt wird Cochenillerot A unter anderem bei Getränken, Süßwaren, Konfitüren und Marmeladen, Lachsersatz, Wurstwaren, Käseüberzügen, Farblack bei Medikamenten und Kunstblut.

Zugelassen sind eine ganze Reihe von Azofarbstoffen, dazu zählen:

Seit dem 20. Juli 2010 sind die Hersteller bei Verwendung dazu verpflichtet den Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ auf der Verpackung abzudrucken. Wie dieser Hinweis andeutet, gibt es starke Hinweise darauf, dass dieser Lebensmittelzusatzstoff für Kinder und Heranwachsende ungesund ist. 2007 wurden in Großbritannien sogenannte „Southampton-Studien“ durchgeführt. Dabei wurde doppeltblind und Placebo-kontrolliert nachgewiesen, dass oral aufgenommene Azofarbstoffe hyperaktives Verhalten von Kindern im Alter von 3 und 8-9 Jahren hervorruft. Auch für Erwachsene konnten Nebenwirkungen festgestellt werden. Bei besonders veranlagten Menschen, die beispielsweise eine Allergie gegen Salicylsäure und deren Derivate haben, können allergische Symptome wie eine Pseudoallergie bei Atemwegen und Haut auftreten. Auch Asthma-Kranke sollten im Umgang mit diesem Stoff vorsichtig sein.

Diese eindeutigen Hinweise auf die schädlichen Gesundheitseinflüsse hat die zuständige europäische Behörde eingreifen lassen, sodass die tägliche Aufnahmedosis (ADI-Wert) am 1. Juni 2013 von maximal 4 mg/kg auf 0,7 mg pro Kilogramm Körpergewicht herabgesetzt wurde. Damit wurde die empfohlene Maximaldosis (knapp) um den Faktor 6 verringert.

Oft wird Cochenillerot A als günstige Alternative zu natürlichen Farbstoffen verwendet. Die USA, Norwegen und Finnland haben den Stoff, der zu den Karzinogenen gezählt wird, derzeit auf der Verbotsliste. Diese wird in den Vereinigten Staaten von der U.S. Food and Drug Administration (FDA) verwaltet.

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Gelborange S – (E110)

Bei Gelborange S handelt es sich um einen in der Lebensmitteltechnik eingesetzten synthetischen Lebensmittelfarbstoff. Gelborange S ist auch unter den Trivialnamen Sunsetgelb FCF, FD & C Yellow No. 6, E 110 und C.I. 15985 bekannt.

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