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Coffein, oder auch Koffein, Tein oder Thein ist eine lang bekannte natürliche psychotrope Substanz. Sie wirkt Anregend auf das Zentralnervensystem wird angeregt, die Kontraktionskraft des Herzens erhöht, die Herzfrequenz gesteigert, die Bronchien erweitert, die Darmperistaltik angeregt. Ebenso werden Müdigkeitserscheinungen reduziert und die Konzentration gesteigert. Es ist eine legale psychoaktive Substanz, die allerdings kein Suchtmittel ist. Als übliche Dosis wird eine Menge von 50 bis 200 mg Koffein angesehen. Risikogruppen wie Schwangere, Kinder, Menschen mit Störungen der Herz- oder Leberfunktion sollten vom Konsum absehen.

Coffein in Tee, Kaffee und Energy-Drinks

Reines Coffein-Pulver (Foto: Wikipedia.org - Rafti Institute)
Reines Coffein-Pulver (Foto: Wikipedia.org – Rafti Institute)

Coffein, oder auch Koffein, Tein oder Thein ist eine lang bekannte natürliche psychotrope Substanz.

Als Reinstoff liegt Coffein als weißes, geruchloses, kristallines Pulver mit bitterem Geschmack vor. Es gehört zu der Stoffgruppe der Purinalkaloide, genauer gesagt den Xanthinen an. Es wird nach den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen als psychotrope Substanz beziehungsweise psychoaktive Substanz eingestuft, was nichts anderes bedeutet, als das dieser Stoff Einfluss auf die Psyche des Menschen nimmt. Im Gegensatz zu vielen anderen Stoffen, die psychoaktiv sind, ist Koffein legal.

Schon sehr früh erkannten Menschen den Nutzen von Pflanzen, die Coffein enthalten. Der Apotheker und Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge isolierte 1820 erstmals den Reinstoff aus pflanzlichen Quellen. Nach der Identifizierung der Struktur und Synthetisierung haben sich heute drei verschiedene Verfahren zur Herstellung etabliert. Zum einen gibt es Extraktion aus Pflanzen mithilfe des Soxhlet-Aufsatzes (dabei handelt es sich um ein kontinuierliches Extraktionsverfahren auf Basis der Destillation). Weniger aufwendig ist das Auswaschen mittels Dichlormethan, Essigsäureethylester oder überkritischem Kohlenstoffdioxid. Die industrielle Herstellung findet über die Traube-Purin-Synthese statt. Es entsteht „Abfallprodukt“ beim Entkoffeinieren von Kaffee. Als Ausgangsmittel zur Extraktion kommen nur wenige Pflanzen infrage. Kaffee, Tee und Guarana sind wohl die bekanntesten Pflanzen mit hohem Koffeingehalt.

Häufig unterscheiden wir zwischen Tein und Koffein, wobei es auf chemischer keinen Unterschied gibt. Lediglich die Wirkungsweise und der Einfluss auf den Körper ist ein anderer. Die Freisetzung der Alkaloide ist bei der Aufnahme von Tee und Kaffee anders. Bei (geröstetem) Kaffee reagiert die Magensäure mit den entsprechenden Inhaltsstoffen und setzt sofort Koffein frei, das schnell den Weg vom Körper aufgenommen wird. Bei Tee ist es etwas anders, denn dort ist das Koffein an Polyphenole gebunden, die erst im Darm durch enzymatische Reaktionen den Wirkstoff freisetzen. So wird Tee in seiner aufmunternden Wirkung als „sanfter“ wahrgenommen.

Koffein
Koffein Strukturformel

Koffein wirkt auch in geringen Dosen sehr stimulierend. Das Zentralnervensystem wird angeregt, die Kontraktionskraft des Herzens erhöht, die Herzfrequenz gesteigert, die Bronchien erweitert und die Darmperistaltik angeregt. Ebenso werden Müdigkeitserscheinungen reduziert und die Konzentration gesteigert. Eine regelmäßige Einnahme von Koffein hat eine Veränderung der Nervenzellen im Gehirn zur Folge. Koffein ähnelt dem Botenstoff Adenosin, der vor Überlastung der Nervenzellen schützt. Adenosin dockt an die entsprechenden Adenosin A2A– und A2B-Rezeptoren an und schränkt die Aktivität der Zellen ein. Koffein dockt auch an diese Rezeptoren an, nimmt aber keinen Einfluss auf deren Aktivität. Um die Zellen wieder vor Überlastung schützen zu können, werden neue Rezeptoren ausgebildet. Hemmt das Koffein die Rezeptoren nicht mehr, so reagieren die Nerven sehr empfindlich auf Adenosin, was die „Koffeinabhängigkeit“ verursacht. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass es sich hierbei um kein Suchtmittel handelt, denn es hat keinen Einfluss auf das Belohnungssystem. Trotz dieser Eigenschaften ist Koffein keine zum Sport geeignete Substanz, da sie zu sehr in die Kommunikation des Körpers eingreift.

Nach extremem Konsum kann es zu dem sogenannten Coffeinismus kommen. Dabei handelt es sich um Entzugserscheinungen, die sich mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Erschöpfung, Energieverlust, verminderte Wachsamkeit, Schläfrigkeit, herabgesetzte Zufriedenheit, depressive Stimmung, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit und Übelkeit äußern können. Trotzdem, dass Koffein nicht als Suchtmittel eingestuft ist, entwickelt der Körper psychische und körperliche Abhängigkeit mit Entzugserscheinungen. Diese Abhängigkeit kann mittels Veränderungen der Theta-Wellen im Gehirn dokumentiert werden.

Überdosierungen haben Unwohlsein, erhöhte Aktivität, Konzentrationsschwierigkeiten, erhöhten Puls und Extrasystolen zur Folge. Mit einer Überdosierung ist nicht zu unterschätzen, daher sollte immer ein Arzt zurate gezogen werden. Ein Hausmittel bei einer Überdosierung sind Kohletabletten.

Als verträgliche Dosis wird eine Menge von 50 bis 200 mg Koffein über einen kurzen Zeitraum angesehen. Dies variiert stark von der individuellen Wirkung auf den Körper, weshalb genaue Definitionen von Verträglichkeit oder Empfehlungen schwer zu treffen sind. Allerdings sollte diese Menge von 200 mg Koffein am Tag nicht überschritten werden. Es gibt Risikogruppen, die von dem Verzehr der Substanz absehen sollten. Dazu zählen Schwangere, Kinder, Menschen mit Störungen der Herz- oder Leberfunktion. Bei Energy-Drinks ist in Deutschland eine Höchstmenge von 320 mg pro Liter (32 mg / 100 ml) definiert worden.

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