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Strukturformel von Cellulose (Foto: NEUROtiker - Wikipedia.org)

Cellulosen – E 460 bis E 469

Strukturformel von Cellulose (Foto: NEUROtiker - Wikipedia.org)
Strukturformel von Cellulose (Foto: NEUROtiker – Wikipedia.org)

Bei Cellulosen handelt es sich um in der Lebensmitteltechnik eingesetzte natürliche Verdickungsmittel, Trägerstoffe, Füllstoffe, Trennmittel und Überzugsmittel.

Cellulosen sind ein zellulärer Grundbaustein von Pflanzen beziehungsweise pflanzlichen Zellwänden. Auf stofflicher Ebene handelt es sich um organische Verbindungen, die sogenannten Polysaccharide (Vielfachzucker). Cellulosen bestehen aus Hunderten oder gar Tausenden unverzweigten β-D-Glucose-Molekülen, die durch eine glycosidische Bindung miteinander verknüpft sind. Als Reinstoff liegen sie als weißes geruchloses Pulver vor und sind unlöslich in Wasser.

Der französische Chemiker Anselme Payen entdeckte Cellulose erstmals 1838, isolierte den Stoff und bestimmte dessen Strukturformel. Die erste chemische Synthetisierung erfolgte ohne Hilfe von biologischen Enzymen erstmals 1992. Gewonnen wird der Lebensmittelzusatzstoff häufig aus feinfaserigen Nebenprodukten der Baumwolleproduktion, den sogenannten „Linters“. Nach einer Aufreinigung ist die Verwendung für Lebensmittel zugelassen.

In der Lebensmitteltechnik werden verschiedene Cellulosen (E 460 bis E 469) als natürlicher Lebensmittelzusatzstoff eingesetzt. Neben der reinen Cellulose (E 460) gibt es eine ganze Gruppe von Cellulosederivaten. Dabei handelt es sich zum Teil um sogenannte Mikrocellulose, die eine feine kristalline Struktur und verbesserte Eigenschaften hat. Üblicherweise wird der Stoff als Füllstoff, Stabilisator oder Trennmittel eingesetzt. In Getränken wird häufig die stabilisierende Eigenschaft genutzt, um eine Ausfällung zu verhindern.

Zugelassen sind in der Europäischen Union folgende Cellulosen:

  • Mikrokristalline Cellulose (E 460i)
  • Cellulosepulver (E 460ii)
  • Methylcellulose (E 461)
  • Ethylcellulose (E 462)
  • Hydroxypropylcellulose (E 463)
  • Hydroxypropylmethylcellulose (E 464)
  • Ethylmethylcellulose (E 465)
  • Carboxymethylcellulose (E 466)
  • Vernetzte Natriumcarboxymethylcellulose (E 468)
  • Enzymatisch hydrolysierte Carboxymethylcellulose (E 469)

Trotzdem, dass es sich chemisch um eine Zuckerform handelt, ist unser Körper nicht in der Lage Cellulose energetisch zu verwerten. Es wird in der Regel unverdaut wieder ausgeschieden. Die bereits angesprochene mikrokristalline Cellulose ist in der Lage die Darmwand zu durchdringen und in den Körper zu gelangen. Es konnten bisher keine negativen Folgen dieser Erscheinung ausgemacht werden, sodass auch keine tägliche aufzunehmende Höchstmenge (ADI-Wert) definiert ist. Der Zusatzstoff gilt als unbedenklich, kann aber aus gentechnisch veränderten Organismen gewonnen werden.

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Natriumcarbonate – E500

Bei Natriumcarbonaten handelt es sich um in der Lebensmitteltechnik eingesetzte Rieselhilfen, Säureregulatoren, Backtriebmittel und Trägerstoffe. Gängige Bezeichnungen für die verschiedenen Salze aus Natrium und Kohlensäure sind unter anderem Soda oder Natron. Dabei handelt es sich in der Regel um weiße bis farblose kristalline Pulver, die sich bereits ab einer Temperatur von 50 °C zu Kohlenstoffdioxid (CO2) und Natriumcarbonat unter Abscheidung von Wasser zersetzen. Mit Säuren reagiert es unter starker Schaumbildung zu Wasser und Kohlenstofdioxidu und bildet in Wasser gelöst eine schwache Base. Für die Lebensmittelindustrie werden die Natriumcarbonate im Labor hergestellt. Es haben sich verschiedene Verfahren etabliert, häufig wird es mit Ammoniak und Kohlendioxid in einer Natriumchloridlösung hergestellt. In der Trinkwasseraufbereitung wird es zur Regulierung des Säuregerades eingesetzt. Weitere Anwedungsgebiete ist der Aufschluss von Kakao und Milcheiweiß. Natriumcarbonate finden wie bereits erwähnt als Rieselhilfen, Säureregulatoren, Backtriebmittel und Trägerstoffe verwendung. Sie gelten als unbedenklich und haben keinen ADI-Wert (täglich konsumierbate Höchstmenge). Direkter Kontakt kann zu Irritationen mit Augen und Haut führen.

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